Die Feierstunde anlässlich des zehnjährigen Bestehens des lokalen Bündnisses für Familien war das erste Fest nach der Corona-Zeit, bei dem die Gäste der Stadtverwaltung Bruchsal tatsächlich anwesend waren. Da das Bruchsaler Projekt in diesem Rahmen auch mit der Urkunde des Bun-desministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als „Bündnis des Monats“ ausgezeichnet wurde, war die Stimmung bei allen Beteiligten entsprechend gut - auch wenn man natürlich die gebotenen Corona-Abstände weiterhin wahren musste.
„Auf den Tag genau vor zehn Jahren haben wir das Bündnis gegründet“, sagte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick und freute sich, dass viele Personen, die am 6. Juli 2011 ihren Namen auf ein großes Erinnerungsplakat mit dem damals neuen Logo geschrieben hatten, bei der 10-Jahrs-Feier wieder dabei sind. Ihnen allen sagte sie „Danke“ für das Geleistete und „Bitte machen Sie weiter“.
Durch den Abend führte Angelika Banghard, die im Jahr 2016 die Leitung der Geschäftsstelle von Inge Ganter übernommen hatte. Die Arbeitskreise (AK) seien das Kernstück des Bündnisses, sagte sie und bat deswegen die einzelnen Vertreter zu berichten.
Den Anfang machte Florian Walther, der als ehrenamtliches Gründungsmitglied im Jahr 2019 den Kinder- und Jungendtag im Bürgerpark organisiert hatte sowie vier Lesehäuschen ge-gründet hat, weitere vier seien für das Jahr 2022 geplant, war zu erfahren. Als den schönsten Erfolg der Arbeitsgemeinschaft Öffentlichkeitsarbeit nannte er die gute Website.
Für den AK Verbesserung der Vereinbarkeit von Familien-/Pflegearbeit und Beruf sprach Sabine Riescher, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Bruchsal. Ihr Ziel sei es, sich einerseits für eine gerechtere Arbeitsteilung in der Familie und andererseits für familien-freundliche Rahmenbedingungen in Unternehmen einzusetzen. Sie lud alle zu einem Online-Vortrag „Väter in Elternzeit“ am 22 Juli, um 18 Uhr ein. Den Teilnahmelink für die Ver-anstaltung findet man auf der Homepage.
Birgit Eisenhut-Meister berichtete als Leiterin des AK „Familienbildung“ von kostenfreien Veranstaltungen für Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 7 Jahren und gab als nächstes Ziel an, sich mehr auf bildungsferne Familien zu fokussieren.
Der AK „Spielplätze und Freizeitstätten ist noch ziemlich neu“, so die Leiterin Karina Merten. Es gelte zuerst eine Übersicht über all das zu schaffen, was es bereits gibt. Als besonderen Wunsch nannte sie, in Bruchsal eine leere Industriehalle zu finden, die man zu einem Indoor-Spielplatz umgestalten könne. Auch ein Spielplatz, integrativ und gene-rationsübergreifend, sei wünschens-wert.
Natalia Winkler, die Sprecherin des AK „Sichere Schulwege“ berichtet, dass sie gemeinsam mit weiteren fünf aktiven Müttern seit zwei Jahren zahlreiche Gefahrenstellen auf dem Schulweg von Kindern beseitigen konnte. Den größten Erfolg hatte sich mit der Aufklärungskampagne „Kinder gehen, wenn Autos stehen“ und mit den „Zebrastreifenheften“ für Verkehrserziehung.
Während Fürüzan Kübach, die Integrationsbeauftrage der Stadtverwaltung Bruchsal sich besonders um die Familien mit Migrationshintergrund kümmert, zeigte Angelika Banghard den neuen Flyer „Stillen und Wickeln in Bruchsal“ und wies auf Schulungen zu „betrieblichen Pflegelotsen“ und auf einen „Verschenktag“ hin, der am Samstag, den 10 Juli als Ersatz für die vielen ausgefallenen Flohmärkte stattfinden soll.
Die Laudatio hielt Manfred Becker, der Ehrenvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden-Württemberg e.V. Man habe in Bruchsal „mit viel Mut zur Lücke“ begon-nen und es mittlerweile zu einer „beeindruckenden Bandbreite“ geschafft. Von den 70 Bündnissen, die 2011 in Baden-Württemberg gegründet wurden, seien heute nur noch rund 20 am Leben. „Sie haben strukturell sehr gute Rahmenbedingungen geschaffen. Bruchsal ist wirklich eine familienbewusste Stadt“, schloss er und überreichte die Urkunde an Ober-bürgermeisterin, an Patrik Hauns, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Sport, an Angelika Banghard sowie an Florian Walther als Stellvertreter für alle 150 Bündnispartner aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, gesellschaftlichen Gruppierungen und aus der Wirtschaft.